Bava Kamma 128

Kapitel 128

א אי הכי שפיר קשיא ליה
1 Dies ist ja demnach tatsächlich ein Einwand!? –
ב משום דאית ליה פירכא לרבות כל דבר מהיכא קמייתי ליה מכלל בתרא כללא גופיה חיים כתיב ביה
2 Dies ist zu widerlegen: daß alles einbegriffen ist, wird ja aus der letzten Generalisierung entnommen, und diese selbst wird durch [das Wort] <i>lebend</i> ausgedrückt.
ג כלל ופרט וכלל מאי קא מהני ליה אי לאתויי כל דבר הא חיים כתיב בעלי חיים אין מידי אחרינא לא משום הכא איצטריך אם המצא
3 Was nützt nun [die Deduktion durch] Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung; wenn etwa um alles andere einzuschließen, so heißt es ja <i>lebend</i>, also nur Lebewesen, anderes aber nicht; daher rauß es auch heißen: <i>wenn [finden] gefunden wird</i>. –
ד אמרי והא שני כללות דסמיכי אהדדי נינהו אמר רבינא כדאמרי במערבא כל מקום שאתה מוצא שני כללות הסמוכים זה לזה הטל פרט ביניהם ודונם בכלל ופרט
4 Die beiden Generalisierungen stehen ja aber nebeneinander!? Rabina erwiderte: Im Westen sagen sie, überall, wo die beiden Generalisierungen nebeneinander stehen, sei die Spezialisierung zwischen beide zu setzen [und die Deduktion durch] Generalisierung und Spezialisierung anzuwenden,
ה שדי שור בין המצא לתמצא לאתויי מאי אי לאתויי ב"ח מחיים נפקא אלא לאתויי דבר שאין בעלי חיים ודרוש הכי מה הפרט מפורש דבר המטלטל וגופו ממון אף כל דבר המטלטל וגופו ממון
5 somit setze man [das Wort] <i>Ochs</i> zwischen <i>finden</i> und <i>gefunden</i>. Was soll dies nun einschließen: wenn etwa Lebewesen, so geht dies ja aus <i>lebend</i> hervor, doch wohl Dinge, die keine Lebewesen sind. Man deduziere also wie folgt: wie das Speziellgenannte beweglich und selbst Geld ist, ebenso auch alles andere, was beweglich und selbst Geld ist.
ו ותו שדי חמור בין המצא לתמצא לאתויי מאי אי לאתויי דבר שאין בעלי חיים משור נפקא אלא לאתויי דבר מסויים
6 Ferner schiebe man [das Wort] <i>Esel</i> zwischen <i>finden</i> und <i>gefunden.</i> Was soll dies nun einschließen: wenn etwa Dinge, die keine Lebewesen sind, so geht dies ja schon aus <i>Ochs</i> hervor, vielmehr schließt dies gekennzeichnete Dinge ein. –
ז א"ה שה למה לי אלא ריבה ומיעט וריבה הוא כדתנא דבי רבי ישמעאל
7 Wozu ist demnach [das Wort] <i>Schaf</i> nötig? – Hierbei ist vielmehr [die Regel von der] Einschließung, Ausschließung und Einschließung anzuwenden. Dies nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls,
ח דתנא דבי ר' ישמעאל במים במים ב' פעמים אין זה כלל ופרט אלא ריבה ומיעט וריבה ריבה הכל
8 denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es heißt zweimal<i>im Wasser,</i> dies ist nicht eine Generalisierung und Spezialisierung, sondern eine Einschließung, Ausschließung und Einschließung, wonach alles einzuschließen ist; einbegriffen sind also alle Dinge. –
ט מאי רבי רבי כל מילי אי הכי כל הני פרטי למה לי חד למעוטי קרקע וחד למעוטי עבדים וחד למעוטי שטרות גניבה וחיים לכדרב דאמר אחייה לקרן כעין שגנב
9 Wozu sind demnach alle jene Spezialisierungen nötig!? – Eine schließt Grundstücke aus, eine schließt Sklaven aus, eine schließt Schuldscheine aus, und [die Worte] <i>Diebstahl</i> und <i>lebend</i> sind wegen der Lehre Rabhs nötig, denn er sagte, beim Grundersatze richte man sich nach dein Werte beim Stehlen. –
י ולמ"ד חד בגנב וחד בטוען טענת גנב וגנב עצמו נפקא ליה מאם ימצא הגנב האי אם המצא תמצא מאי דריש ביה
10 Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, der es also hinsichtlich des wirklichen Diebes folgert aus [dem Schriftverse] <i>wenn der Dieb gefunden wird,</i> [die Worte] <i>finden, gefunden</i>? –
יא מבעי לי' לכדרבא בר אהילאי דאמר רבא בר אהילאי מאי טעמא דרב דאמר מודה בקנס ואחר כך באו עדים פטור דכתיב אם המצא תמצא אם המצא בעדים תמצא בדיינים פרט למרשיע את עצמו
11 Diese verwendet er für eine Lehre des Raba b. Ahilaj, denn Raba b. Ahilaj sagte: Was ist der Grund Rabhs, welcher sagt, wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingestanden hat und darauf Zeugen kommen, sei er frei? Weil es heißt: <i>finden, gefunden</i>; finden, durch Zeugen, gefunden, durch die Richter, ausgenommen der Fall, wenn jemand sich selbst beschuldigt. –
יב ולמ"ד תרוייהו בטוען טענת גנב דהאי אם המצא תמצא מפיק ליה לגנב עצמו מרשיע עצמו מנלן (שמות כב, ח) מאשר ירשיעון אלהים ולא המרשיע את עצמו
12 Woher weiß es nun derjenige, welcher sagt, beide sprechen von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach welchem [die Worte] <i>finden, gefunden</i> auf einen wirklichen Dieb deuten, von einem, der sich selbst beschuldigt? – Aus:<i>den die Richter schuldig sprechen</i>; nicht aber, wenn er selber sich beschuldigt. –
יג ולמ"ד חד בגנב וחד בטוען טענת גנב דאייתי ליה מהמצא תמצא למרשיע את עצמו האי אשר ירשיעון מאי דריש ביה אמר לך ההוא מיבעי ליה למודה בקנס דפטור
13 Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach welchem also [die Worte] <i>finden, gefunden</i> auf den Fall deuten, wenn jemand sich selber beschuldigt, [die Worte:] <i>den schuldig sprechend</i> – Er kann dir erwidern: diese deuten darauf, daß, wer eine Handlung, auf die eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht, frei sei.
יד ומ"ד תרוייהו בטוען טענת גנב קסבר מודה בקנס ואח"כ באו עדים חייב
14 Derjenige aber, welcher sagt, beide sprechen von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, ist der Ansicht, wenn jemand eine Handlung, auf die eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er schuldig. –
טו ולמ"ד חד בגנב וחד בטוען טענת גנב דנפקא ליה גנב מהתם בשלמא אם המצא תמצא לכדרבא בר אהילאי אבל כל הני פרטי למה לי
15 Nach demjenigen aber, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach dem es hinsichtlich eines Diebes aus jenem Schriftverse entnommen wird, sind allerdings [die Worte] <i>finden, gefunden</i> wegen der Lehre des Raba b. Ahilaj nötig, wozu aber sind all jene Spezialisierungen nötig? –
טז כדתנא דבי רבי ישמעאל דתנא דבי רבי ישמעאל כל פרשה שנאמרה ונשנית לא נשנית אלא לדבר שנתחדש בה
16 Wegen einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wenn ein Abschnitt, der schon vorhanden ist, wiederholt wird, so wurde er nur wegen einer in diesem vorkommenden Neuerung wiederholt. –
יז ואימא גנב עצמו בשבועה
17 Vielleicht [zahlt] auch ein wirklicher Dieb nur dann, wenn er geschworen hat!? –
יח לא ס"ד דתניא רבי יעקב אומר שנים ישלם שלא בשבועה אתה אומר שלא בשבועה או אינו אלא בשבועה אמרת לא כך היה
18 Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: R. Ja͑qob sagte: <i>Doppelt soll er bezahlen,</i> ohne Schwur. Du sagst ohne Schwur, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur wenn er geschworen hat? Ich will dir sagen: dem wäre ja auch so. –
יט מאי לא כך היה אמר אביי לא לכתוב רחמנא שנים ישלם בגנב וליתי בק"ו מטוען טענת גנב ומה טוען טענת גנב דבהיתירא אתא לידיה אמר קרא לישלם תרי גנב עצמו דבאיסורא אתא לידיה לא כל שכן
19 Was heißt: dem wäre ja auch so? Abajje erwiderte: Sollte doch der Allbarmherzige nicht geschrieben haben, daß ein Dieb doppelt bezahlen müsse, und man würde [dies durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert haben, von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht: wenn die Schrift von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, in dessen Besitz die Sache auf erlaubte Weise gekommen ist, sagt, er müsse das Doppelte bezahlen, um wieviel mehr ein wirklicher Dieb, in dessen Besitz die Sache auf verbotene Weise gekommen ist.
כ אלא שנים ישלם דכתב רחמנא בגנב עצמו למה לי דאפילו שלא בשבועה
20 Wenn nun der Allbarmherzige auch von einem wirklichen Diebe sagt, er müsse das Doppelte bezahlen, so lehrt dies, daß dies auch ohne Schwur zu erfolgen habe. –
כא והאי אם המצא להכי הוא דאתא הא מיבעי ליה לכדתניא ידו
21 Sind denn [die Worte] <i>finden, gefunden</i> hierfür zu verwenden, sie sind ja für folgende Lehre nötig:<i>Hand,</i>